Über mich
Bio siehe unten
Selbstzweifel und unentdeckte Juwelen
Schon als Kind liebte ich die vielseitigen Klänge der Gitarre, klassische Musik aus verschiedenen Epochen und vor allem das Auftreten. 2018 startete ich das Musikstudium mit dem Ziel, genau so eine gute Gitarrenlehrerin zu werden, wie es mein Gitarrenlehrer für mich war und Kindern und Jugendlichen die Freude an der klassischen Gitarre und der Musik weiterzugeben.
Mein Studium war geprägt von Selbstzweifeln und dem Gefühl, nicht gut genug zu sein, weil ich nicht mit dem Ziel dort war, mein ganzes Leben für die Musik aufzugeben und jedes Wochenende ausverkaufte Konzerte zu spielen. Daraus schlussfolgerte ich, keine richtige Musikerin zu sein, deshalb steht es mir auch nicht zu, aufzutreten.
Die klassische Musik liebte ich immer noch, denn mein Dozent brachte mich immer wieder mit unbekannteren Kompositionen in Berührung. So lernte ich, dass es da noch ganz viele Stücke gibt, die noch im Dunkeln schlummern, die es noch nicht ganz ins Bewusstsein der Gitarrenszene geschafft haben. Es faszinierte mich, mehr über diese Kompositionen zu erfahren und dieses Wissen auch zu teilen.
Trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen, konnte ich mich nicht mit der klassischen Szene um mich herum identifizieren. Die Organisation meines Abschlussprojektes habe ich lange hinausgeschoben, weil es für mich unvorstellbar war, dass ich ein ganzes Konzert spielen kann.
Das war ja nicht für mich.
Sevilla und die Freude am Auftreten
In meinem Auslandsemester in Sevilla während meines Pädagogikmasters begann sich das allmählich zu ändern. Durch viel neuen Input, einer lebendigen Musikszene und Zeit, mich ganz auf meine Musik zu konzentrieren, entdeckte ich wieder meine jugendliche Begeisterung für die Musik, die ich jeden Tag mache.
Ich nahm all meinen Mut zusammen und trat an einer Open-Mic-Night in einer Bar in meiner Nachbarschaft auf. Das war ein ganz besonderer Auftritt, denn die Atmosphäre war entspannt und das Publikum begeistert. Nach dem zweiten Konzert, ebenfalls in einer Bar, war es genauso. Es bereitete mir unglaublich Freude, meine Musik in dieser lockeren und intimen Umgebung mit dem Publikum zu teilen. Da entschied ich, dass ich diese persönliche und entspannte Atmosphäre mit nach Hause nehmen und in meinen eigenen Konzerten weiterleben möchte.
Komponistinnen und die Recherche
Wieder zuhause, wenige Wochen vor meinem Masterabschlusskonzert, machte ich eine wichtige und gleichzeitig sehr offensichtliche Entdeckung: Ich lernte, dass es auch Frauen gab und gibt, die für Gitarre komponierten. Ich habe das davor noch nie hinterfragt und das hat mich dermassen erschrocken, dass ich einen grossen Teil des Sommers damit verbrachte, Komponistinnen für Gitarre zu recherchieren, Stücke zu sammeln, Komponistinnen in meinen Unterrichtsplan aufzunehmen, Stücke zu arrangieren, Bücher zu lesen und einfach jedes Detail aufzusaugen, was ich nur konnte.
Seither ist meine kleine Komponistinnen-Bibliothek stetig gewachsen, Arrangements für ganz unterschiedliche Besetzungen sind entstanden und Komponistinnen, sowie auch andere an den Bühnenrand gedrängte Komponisten, gehören selbstverständlich in jedes meiner Programme.
Samira Holer (1999) ist Gitarristin und Gitarrenlehrerin aus Obwalden, zurzeit wohnhaft in Luzern.
Sie absolvierte das Bachelorstudium mit Hauptfach Gitarre klassisch sowie den Master in Instrumental-pädagogik an der HSLU Musik bei Mats Scheidegger. Während dem Pädagogikstudium machte die Gitarristin ein Austauschsemester am Conservatorio Superior Manuel Castillo in Sevilla bei Francisco Bernier. Seit Herbst 2026 studiert Samira Master Performance an der ZHdK bei Jinhee Kim.
Neben ihrem solistischen Konzertprogramm “Seite an Saite” tritt sie zusammen mit Guo Zhi Tang im Gitarrenduo und mit Aline Leuthold und Jana Stalder als Trio DreiKlang auf. Sie unterrichtet an der Musikschule Sarnen.
Mit der Mitarbeit bei der Website gitarre-gendern.de, trägt sie zum Sichtbarmachen von Komponistinnen* für Gitarre bei. Ausserdem setzt sie sich als Vorstandsmitglied der EGTA Schweiz für die Förderung pädagogischer, künstlerischer und wissenschaftlicher Themen im Gitarrenunterricht ein.